Freitag, 19. Oktober 2012

Von allem etwas

Wir erweitern unsere Kompetenzen und dieses Mal in gewisser Weise sogar neuseeländische Kompetenzen. Wir sortieren Kiwis für den Export von Zespri. Kiwis sortieren orientiert sich sehr am normalen Leben und dessen Maßstäben. Selten geht es um die inneren Werte. Alles was deformiert, etwas weich, klein, groß oder mit Macken ist, wird aussortiert. Die, die ins Schema passen liegen entweder in einer Kiste mit über 90 anderen oder (etwas komfortabler) in einer Palette. Die Einzelne zählt nichts, immerhin sind sie zusammen stark. Was mit den Andersartigen passiert? Sie landen in einer Box mit über 1000 anderen Kiwis. Ende ungewiss.
Zurzeit werden 2,6 Millionen Kiwis für den Versand bereit gemacht und wir sind dabei. Eigentlich eine entspannte Angelegenheit mit lauter Musik ("today I don't feel like doing anything, I just wanna lay in my bed"->erhöht das Tempo extrem!!) , grellem Licht und in einer Umgebung, die von der Temperatur eher an den deutschen Winter erinnert. Aber immerhin ist die Arbeit nicht vom Wetter abhängig und man hat geregelte Arbeitszeiten, was man in Neuseeland wirklich zu schätzen wissen sollte. Noch eine gute Sache in Neuseeland: Der Mindestlohn von 13,50. Er sichert das Überleben zahlreicher Backpacker und macht jeden Job lukrativ (ja der Begriff ist dehnbar..).

Der einzige Nachteil an der ganzen Sache, ist die Bindung an ein bestimmtes Hostel, das mit mäßiger Sauberkeit und mäßiger Küche glänzt (nein- bestenfalls matt schimmert). Und es treiben sich viel zu viele Deutsche hier rum. Furchtbar!

Ein aufregendes Erlebnis war das Erdbeben in Taupo mit der Stärke 5,5, das man bis hierher spüren konnte. Oder hätte spüren können, denn es fühlte sich so an, als würde ein Flugzeug landen und wir haben dem ganzen relativ wenig Bedeutung bei gemessen.
Wo wir schon beim Thema sind: Bei unserem heutigen Ausflug zum Papamoa-Beach hatten wir freie Sicht auf die havarierte "Reena". Und man hat direkt wieder den ölverfärbten Strand, die verklebten Tiere und Ölteppiche im Meer vor Augen.
Wie ein Mahnmal am Horizont.

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